Laufsockenberater

 

Viele Läufer investieren extrem viel Zeit bei der Auswahl der richtigen Laufschuhe. Lassen sich inspirieren von Testergebnissen, lassen sich im Laufladen ihres Vertrauens beraten, laufen verschiedene Modelle Probe und philosophieren mit anderen Läufern über Modell X oder Y…… und dann schlüpfen einige in Standardsocken in die so sorgsam ausgewählten Lauf“Boliden“ … Auweh ;-)

Das Thema Laufsocken wird leider von manchen unterschätzt. Dabei gehören sie genauso zum Werkzeug eines Läufers wie Laufschuhe. Sie dienen Komfort sowie Schutz und unterstützen, ebenso wie es die Schuhe tun, beim Erzielen besserer Ergebnisse.

Im Folgenden will ich Dir dabei helfen die richtigen Socken für dich zu finden. Die Anforderungen und Geschmäcker sind verschieben. Aber folgende Grundeigenschaften müssen ALLE Laufsocken oder Sportsocken erfüllen um mit den Bedingungen im Laufschuh vernünftig umgehen zu können. Denn dort ist einiges los das „gemanaged“ werden will. Entstehende Reibung, Feuchtigkeit und Wärme sind die besten Voraussetzungen für Blasenbildung. Und um diesen drei Übeltätern Herr zu werden müssen Laufsocken folgende Grundeigenschaften besitzen.


MUSS Kriterien:

  • Hohe Atmungsaktivität (Wärme/ Feuchtigkeitsmanagement)
  • Fester Sitz am Fuss / Faltenfrei / kein Verrutschen
  • Keine spürbare Nähte


Das alles hat natürlich seinen Preis weshalb Socken aus günstigen 3er oder 5er Packs meist nicht die richtige Wahl für ambitionierte Ziele sind. Ein Materialmix der nicht nur aus Kunstfasern besteht schlägt sich nicht nur bei Komfort und Passform, sondern eben auch beim Preis nieder. Weiterhin gibt es bei der Herstellung große Unterschiede. Nähte die schnell und günstig hergestellt werden können haben meistens eine Wulst. Diese ist ein Garant für Blasen auf den Zehen. Bei Lurbel z.B. dauert das Verschließen der Socke mit der flachen, nicht spürbaren Naht, genauso lange wie die Herstellung der restlichen kompletten Socke! Zeit ist bzw. kostet Geld… Aber an der Stelle gibt es keine Kompromisse. Eine Naht die man spüren würde ist ein absolutes NO GO.

Um Reibung zu verhindern muss die Socke perfekt Sitzen und darf nicht verrutschen. Die ergonomische links/rechts Anpassung im Fußteil der Socken gehört bei guten Socken daher schon zum Standard. Beim Bund gibt es aber noch große Unterschiede. Dieser muss die Socken zuverlässig an Ort und Stelle halten – und das nicht nur bei einem Marathon sondern über die gesamte Lebensdauer der Socken. Er darf also nicht „ausleiern“.  Die Laufsockenmodelle von Lurbel sind daher mit einem doppellagigen Schaft  ausgestattet dessen Materialzusammensetzung speziell auf seine Anforderungen angepasst ist. Am Schaft geht es um dauerhaften Halt, während es am Fuß um Atmungsaktivität und Blasenvermeidung geht. Gute Socken berücksichtigen diesen Fakt.

Socke ist also nicht gleich Socke. Achte auf Qualität und nicht in erster Linie auf den Preis. Hochwertige Laufsocken wirst Du in den meisten Fällen ohnehin länger tragen können als günstigere Modelle was über die Zeit einen höheren Anschaffungspreis kompensiert und damit rechtfertigt.

Jetzt geht es in die Details und Du kannst bei der Sockenwahl auf die Anforderungen und individuellen Geschmäcker eingehen. Da Socken zur Funktionskleidung gehört steht naturgemäß die Funktion im Vordergrund. Natürlich dürfen die Socken dabei gut aussehen. Aber die Optik sollte erst als eines der letzten Kriterien bei der Wahl herangezogen werden.  Wir sind schließlich nicht auf dem Laufsteg sondern auf der Rennstrecke ;-)


KANN Kriterien:

  • Polsterung
  • Kompression
  • Länge / Höhe
  • Antibakteriell / Geruchshemmend

 
Wer sollte sich für Laufsocken mit Polsterung entscheiden?

Grundsätzlich bieten gepolsterte Laufsocken mehr Sicherheit und Komfort und sind gerade für langes und häufiges Laufen zu empfehlen. Die Polsterungen die ergonomisch an den Stellen mit höchster Belastung angebracht sein sollten verhindern Druckstellen und Blasen und machen die Laufsocken dazu noch länger haltbar. Für Halbmarathon, Marathon und Longruns empfehle ich in der Regel normale Polsterungen (z.B. LURBEL DISTANCE). Für Trailrunning, Ultratrails bzw. allgemein Ultraläufe empfehlen wir starke Polsterung (z.B. LURBEL TRACK, ESPIDIUM UND HORUS). Sonderformen wie Polsterungen mit Luftkanälen (z.B. LURBEL TIWAR) eignen sich hervorragend für heiße Tage und Distanzen bis 42km. Socken ohne Polsterungen empfehle ich vorrangig für kurze Distanzen. Der Blasenschutz ist bei gepolsterten Socken einfach deutlich höher. Und es muss ja nicht sein, dass Dir eine Blase den Trainingsplan durcheinanderwirbelt ;-) 


Kompression ja oder nein?

Ein viel diskutiertes Thema. Bringen Kompressionssocken einen Vorteil? Studien dazu sind sich nicht ganz einig wenn es um den Effekt WÄHREND des Laufens geht. Unbestritten ist hingegen der Nutzen von Kompression in der Regenerationsphase – also nach dem Laufen.

Ich möchte daher nicht behaupten, dass es einen objektiven Nutzen während des Laufens gibt. Aber das soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass es einen subjektiven Nutzen geben kann. Ich persönlich mag das Gefühl einer Socke die „zupackt“ und ich empfinde es tatsächlich als Hilfe – und sei diese nur für den Kopf. Die Kompression verbessert aber auf jeden Fall die Blutzirkulation und kann dadurch dabei helfen das Gefühl schwerer Beine zu minimieren. Es gibt sowohl Kompressionsstrümpfe (bis zum Knie) als auch Kompressionssocken (normale Sockenhöhe). Für die bessere Blutzirkulation reicht dabei die Kompression im Bereich zwischen Knöchel und Wade der auch durch die Kompressionssocken abgedeckt wird. Einziger Zusatznutzen eines langen Kniestrumpfes mit Kompression ist die Minimierung der Erschütterung des Wadenmuskels. Auf die Blutzirkulation hat eine Kompression des Wadenmuskels jedoch kaum Einfluss.

Eine Laufsocke mit Kompression wird Euch also nicht ohne Training zum Marathon Finisher oder Trailrunning Gott machen… aber sie kann ein nützlicher Unterstützer auf dem Weg dorthin sein. ;-)

Blasenvermeidung (Polsterung) hat übrigens Vorrang vor der Leistungsoptimierung (Kompression).


Länge/Höhe der Socken

Für die Urban-Runner unter Euch ist die Höhe der Socken reine Geschmackssache und hat keine Funktion. Für Trailrunner empfehle ich jedoch immer Socken die den Knöchel bedecken und schützen. Querfeldein oder in höheren Lagen im Geröll macht das einfach Sinn.


Antibakteriell

Das Schlagwort antibakteriell wirft vielleicht erst einmal die Frage auf „Was nutzt mir das?“. Aber es gibt zwei Vorteile von antibakteriellen Socken.

Das Feuchtwarme Klima im Schuh bietet ideale Bedingungen für Bakterienwachstum und Vermehrung. Damit verbunden ist dann der unangenehme Schweissgeruch. Antibakterielle Laufsocken verhindert dies und sorgen damit für eine sterileres und gesünderes Umfeld. Weiterhin sind antibakterielle Socken auch ein indirekter Beitrag zum Umweltschutz. Denn du kannst sie locker auch ein zweites oder drittes Mal tragen und musst sie nicht nach jedem Lauf in die Wäsche stecken. Weniger Waschen bedeutet dazu noch weniger Verschleiss und erhöht die Nutzungsdauer. Und langlebige Produkte bedeuten Müllvermeidung und sind so ein toller Beitrag zum Umweltschutz.   


Fazit:

  • Blasenvermeidung ist das oberste Ziel bei der Laufsockenwahl
  • Wähle hochwertige Socken (längere Haltbarkeit kompensieren Anschaffungspreis)
  • Spürbare Nähte sind ein NO GO
  • Achte auf Ergonomie und sicheren Halt (Schaft der Verrutschen verhindert)
  • Ich empfehle Socken mit Polsterungen
  • Kompression ist kein „Game Changer“ hat aber dennoch Vorteile